Bevor ihr jemanden dafür bezahlt, euren Mythic+ Key zu laufen oder euch einen Carry zu verkaufen, solltet ihr dessen Raider.IO-Profil öffnen und in rund 90 Sekunden lesen können. Die Seite sammelt jeden getimten und nicht getimten Key, den ein Charakter abgeschlossen hat, bewertet ihn und schlüsselt alles nach Dungeon und Rolle auf. Die meisten „Scam“-Geschichten aus dem Handelschat laufen darauf hinaus, dass der Käufer nie nachgesehen hat, was der Verkäufer zuletzt wirklich gespielt hat. Hier steht genau, worauf ihr schauen müsst – und was euch die einzelnen Zahlen tatsächlich sagen.
Die große Zahl oben: was der Score wirklich bedeutet
Die Zahl ganz oben im Profil ist der Mythic+ Score der laufenden Saison. Sie ist die Summe aus dem besten getimten und dem besten nicht getimten Run in jedem der acht Saison-Dungeons, wobei der getimte Run schwer gewichtet wird und der nicht getimte nur einen kleineren Betrag drauflegt. Weil pro Dungeon nur die Bestleistung zählt, lässt sich der Score nicht aufblähen, indem man einen einfachen Dungeon spammt – ihr müsst in allen acht abliefern.
Grobe Richtwerte für die aktuellen Retail-Saisons: alles unter ~2000 ist solide, aber casual; ab 2500 bewegt man sich in dem Bereich, in dem die Keystone-Master-Portale verdient werden; 3000+ markiert wirklich starke Spieler und 3500+ ist Title-Range-Pushing. Wenn euch jemand einen +10 Carry verkauft, braucht ihr keinen 3500er – ihr braucht jemanden, der komfortabel über eurem Wunsch-Keylevel liegt, idealerweise um mehrere hundert Punkte, damit euer Run nicht sein persönliches Limit ist.
Lest die Runs, nicht nur das Rating
Klickt in den Reiter „Mythic Plus Runs“. Hier hört ein Profil auf, eine Marketingzahl zu sein, und wird zum Beweis. Drei Dinge zählen:
- Aktualität. Raider.IO zeigt zu jedem Run das Datum. Ein Score von 3200 aus Runs von vor drei Wochen heißt nur, dass der Spieler gut war, als Meta und Affixe anders aussahen. Achtet auf Keys aus den letzten Tagen. Aktive Verkäufer haben frische Zeitstempel.
- Die „+“-Chevrons. Jeder abgeschlossene Key zeigt, wie deutlich er innerhalb des Timers fertig wurde: ein Chevron (+1) heißt gerade so getimt, zwei heißt getimt mit Luft nach oben, drei (+3) heißt, die Gruppe war 40 % oder mehr schneller als der Timer. Eine Wand aus +2- und +3-Runs auf eurem Ziel-Keylevel ist ein weit stärkeres Signal als ein einzelner glücklicher +1 auf höherem Level.
- Die tatsächlichen Keylevel. Sortiert nach Level. Ihr wollt einen Stapel abgeschlossener Keys auf oder über dem Level sehen, das ihr kauft – und nicht den einen Ausreißer, mit dem als Aushängeschild geworben wird.
Best Runs vs. Recent Runs
Profile stehen standardmäßig auf „Best Runs“ – dort wird pro Dungeon der Key mit der höchsten Wertung aus der gesamten Saison herausgepickt. Stellt die Ansicht auf Recent oder All Runs um, dann seht ihr das ehrliche Bild. Wer bei den Best Runs überall +12 stehen hat, dessen letzte fünfzehn Runs aber +7er sind, ist entweder aus der Meta gefallen oder hat sich diese Best Keys geliehen bzw. selbst gekauft. Für einen Carry schlägt die aktuelle Form jedes Mal die angestaubte Bestleistung.
Die Rolle zählt mehr, als die meisten denken
Raider.IO führt Score und Runs getrennt nach Rolle. Ein 3000er-Spieler, der das komplett als DPS geholt hat, ist nicht automatisch ein guter Tank oder Heiler – und beim Carry entscheidet die Rolle des Verkäufers, wie viel vom Erfolg eures Runs an ihm hängt. Wenn ihr als fünfter Mann mitgenommen werdet, sollen Tank und Heiler die Score-Anker der Gruppe sein, denn diese beiden Rollen bestimmen, ob ein Pull lebt oder stirbt. Prüft, ob die Leute, die die Arbeit machen, den Score auch wirklich in dieser Rolle haben – und nicht bloß eine Main-Spec aus dem Raidlog.
Genau hier fliegt ein beliebter Köder auf: Ein Verkäufer wirbt mit seinem DPS-Score, will euren Key aber mit einer unterausgerüsteten Off-Spec tanken. Die Aufschlüsselung nach Rollen legt das sofort offen.
Gegencheck: Raid- und Gear-Reiter
Ein legitimer High-Key-Spieler hat fast immer eine dazu passende Raid-Historie und ein passendes Itemlevel. Raider.IO zieht den Raid-Fortschritt (z. B. mythische Bosskills im aktuellen Tier), und das Itemlevel könnt ihr über das Arsenal gegenprüfen. Wenn ein Profil 3200 Score behauptet, aber kein Raiding im aktuellen Tier, eine dünne Run-Historie und einen frisch transferierten Charakter zeigt, behandelt das als Warnsignal – möglicherweise wird hier ein Piloted-Account oder ein kürzlich gekaufter Account weiterverkauft. Konsistenz über alle Reiter hinweg ist die Handschrift eines echten Spielers.
Twink oder Main – und das Erkennungszeichen fürs Mitschleifen
Öffnet die accountweite Ansicht des Charakters, sofern sie öffentlich ist. Wer mit dem Main bei 3400 steht und dessen Twink ihr mit 2800 bucht, ist eine sichere Bank – das Können ist offensichtlich da. Das umgekehrte Muster, ein einzelner Charakter mit hohem Score, aber ohne unterstützende Twinks, ohne Raid-Historie und ohne Gilde, verdient einen zweiten Blick. Ihr erkennt auch „Passagier“-Runs: Wenn die hohen Keys eines Profils alle mit denselben vier Mitspielern gelaufen wurden, die jeweils massiv mehr Score haben, war diese Person vielleicht die, die getragen wurde – und nicht die, die getragen hat.
Wann sich ein Kauf tatsächlich lohnt
Das Profil zu lesen schützt nicht nur vor schlechten Verkäufern – es sagt euch auch, ob ihr überhaupt kaufen müsst. Wenn euer eigenes Profil schon getimte Keys ein oder zwei Level unter eurem Ziel zeigt, sauber mit +2/+3, dann seid ihr nah genug dran, dass euch ein paar Pug-Versuche wahrscheinlich hinbringen – und ihr behaltet Gear und Rating auf ehrliche Weise. Sinnvoll ist der Kauf als Tausch von Geld gegen Zeit in engeren Fällen: Ihr wollt das Keystone-Master-Reittier oder die Saisonportale vor einer Deadline, euer Zeitplan lässt keine verlässliche Stammgruppe zu, oder ihr hängt am Timer eines bestimmten Dungeons fest, den eine starke Gruppe in einem einzigen Run wegräumt. In solchen Situationen bezahlt ihr eine verifizierte High-Score-Gruppe dafür, euch Abende zurückzukaufen – nicht Skill.
Wenn ihr kauft, prüft so gründlich, wie ihr alles andere prüfen würdet: aktuelle Runs, Scores in der passenden Rolle, stimmige Raid- und Gear-Historie und ein echter Account-Fußabdruck hinter der großen Zahl. Ein seriöser Boosting-Service zeigt euch gern die genauen Charaktere, die euren Key laufen, damit ihr diese Profile selbst lesen könnt, bevor Gold oder Geld den Besitzer wechselt. Die 90 Sekunden auf Raider.IO sind die billigste Versicherung im Spiel.